Österreich Burgenland Bezirk Eisenstadt-Umgebung

Purbach


Perspektive

Detail Kreuze

Abbildung bei
Hula (1948)

PLZ: A-7083

GPS: N 47° 0,915', O 16° 0,696'

Standort: Vor dem Haus "Neusiedler Straße 13".

Größe / Material: Sandstein

Geschichte: Spätgotische Lichtsäule, 16./17.Jhdt., Tabernakelpfeiler mit gefaster Säule, Tabernakel an zwei Seiten nach NO und SW geöffnet, darauf Pyramidendach mit Eisenkreuz. An der NO-Seite zwei eingemeisselte Kreuze.

Spätgotische Lichtsäule, über der Pestgrube in der Neusiedler Straße 13. Unweit des Brucker Tores, außerhalb der Marktmauer, vor dem Haus der Familie Ludwig Graf in der Neusiedlerstraße Nr.13, steht eine spätgotische Lichtsäule aus dem 16.Jahrhundert. Sie ist das älteste Flurdenkmal im Ort, das erhalten geblieben ist. Der Tabernakelpfeiler besitzt ein Zeltdach und dürfte über einer Pestgrube außerhalb des Marktes errichtet worden sein, da bei Straßenbauarbeiten menschliche Knochen ausgegraben wurden. Die Skelettreste wurden dem Burgenländischen Landesmuseum in Eisenstadt zur Aufbewahrung übergeben. Da die Toten in ungeweihter Erde ruhten, wurde wahrscheinlich diese mächtige steinerne Totenleuchte über der Pestgrube errichtet. Das kleine steinerne Haus auf dem Pfeiler hat zwei offene und zwei geschlossene Seiten. Im Häuschen brannte früher ein Licht, das die Vorübergehenden und Vorüberfahrenden mahnte, ein kurzes Gebet für die armen Seelen zu verrichten. In der Dunkelheit wird es den Fuhrleuten auch den Weg zum Brucker-Tor gewiesen haben. Seit der Renovierung der Totenleuchte im Jahre 1996 sind am Pfeilerschaft zwei große eingemeißelte Kreuze an der Vorderseite zu sehen. (purbach.at)

Sage:

Quellen und Literatur:
Hula, Franz - Die Bildstöcke, Lichtsäulen und Totenleuchten Österreichs, 1948, S.81 und Tafel 12/16
purbach.at - Tourismusverband Purbach am Neusiedlersee
recherchiert und bebildert von Harald Hartmann, Klosterneuburg (Fotos vom 28.April 2010)


Sühnekreuze & Mordsteine