Deutschland Bayern Lkr. Forchheim

Langensendelbach


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PLZ: 91094

GPS: N 49° 38,768', O 11° 2,997'

Standort: Links der Kreisstraße FO 15 von Langensendelbach nach Baiersdorf kurz vor der Abzweigung des Weges nach Igelsdorf am Rande des "Kreuzackers".

Größe / Material: 176:100:24-29 / Sandstein

Geschichte: Früher stand das Kreuz im Acker und wurde von dessen Besitzer, vermutlich um 1900, zur "Fuhre" (= Kreisstraße FO 15) hin versetzt. Auf Betreiben des Ortspfarrers Johann Wölfel, der Steinkreuze als Hexen- und Drudensteine bezeichnete, vergrub man das Kreuz um 1910 am Ackerrand. Erst 1959 beim Ausbau der Straße wurde das Steinkreuz wiederentdeckt und aufgestellt.
Der Schaft verbreitert sich von 32cm vom Ansatz am Kreuzungsfeld auf 83cm [100cm] auf Bodenhöhe; beide Armenden oben verrundet. Der rückseitig im Kreuzungsfeld erhaben herausgearbeitete Ring, der noch geringfügig in den Längs- und Querbalken übergreift, ist durch Abwitterung stark verflacht. Pfister (1924) deutet das Attribut als Spinnrocken, Eberle (1942) als Spinnrad. (Rühl 1999)

Sage: 1. Der Volksmund bezeichnet das Steinkreuz, das an einen Totschlag erinnern soll, als "Kreuzstein". Die Bezeichnungen "Hexenkreuz" und "Drudenstein" sind bereits 1907 schriftlich belegt, setzten sich aber als volkstümliche Bezeichnungen nicht durch. Die von Pfister (1924) und Eberle (1942) mit dem Kreuz in Verbindung gebrachte Spinnerin-Sage ist dem Besitzer des Steinkreuzes nicht bekannt. (Rühl 1999)
2. Schwedische Soldaten sollen auf der Sendelbacher Höhe unter den Steinen beerdigt worden sein.
3. Um 1800 sollen es Kreuze auf Franzosengräbern geworden sein.
4. Drei Brüder sollen sich hier gegenseitig erschlagen haben

Quellen und Literatur:
Pfister, Ernst - Flurdenkmale der Erlanger Gegend, in: Erlanger Heimatblätter, 7.Jg., 1924, Nr.12, S.59 und Nr.8, S.39
Eberle, Wilhelm - Dorfbuch von Langensendelbach, Nürnberg 1942, S.160-162 (Schreibmaschinenmanuskript, hinterlegt im StAN, in der Gemeinde und im Pfarramt Langensendelbach, Bibliothek des Fränkische-Schweiz-Vereins, Ebermannstadt, Nr.3713)
Rühl, Werner - Steinkreuze und Kreuzsteine im Landkreis Forchheim, Forchheim 1999, Nr.51, S.109-110
recherchiert und bebildert von Paul Basler, Schwarzenbach / Saale


Sühnekreuze & Mordsteine