PLZ:
08233GPS:
N 50° 34,061', O 12° 16,481'Standort:
Am Ortsausgang in Richtung Buchwald nach ca. 1km auf der rechten Seite an einem einzelnen Baum.Größe / Material:
55:40:19 / DiabasGeschichte:
Der Stein ist vielleicht nur ein Teil eines ehemals größeren, verstümmelten, worauf sich aus der Einzeichnung, die Rest einer umfangreichen Darstellung sein könnte, schließen läßt. Der Stein wurde 1972 von Mitarbeitern der LPG an den jetzigen Standort versetzt, vorher ungefähr 350m weiter nördlich, ebenfalls dicht östlich der F 173. (Wendt 1979)Sage:
1. Ein Reiter soll um 1750 im Sumpf versunken sein.Quellen und Literatur:
GPS:
N 50° 34,219', O 12° 15,843'Standort:
Auf der Straße von Pfaffengrün nach Limbach kommt man nach einem knappen Kilometer zu einem schmalen Waldstreifen. Links 10 Meter in einem Nadelwald.Größe / Material:
82:30:15 / GranitGeschichte:
Wir hier "das Schäfergrab" genannt. Menhirähnliche Steinsäule von unregelmäßiger Form. Auf der SW-Seite ein Rechteck mit einem von doppelten Linien gebildeten Kreuz darin (nach Max Weise später als die anderen Einzeichnungen angebracht); auf der NO-Seite im oberen Teil ein kleines Kreuz, darunter ein großes (unten offenes?) Rechteck, welches durch einander kreuzende Linien in vier Quadrate und zwei Rechtecke unterteilt ist; auf der südöstlichen Schmalseite zwei Kreuze übereinander eingeritzt.Sage:
1. Die Sage überliefert, dass dieser Stein an den Schäfer des Christgrüner Rittergutes erinnert, der vor ungefähr 200 Jahren von empörten Pfaffengrüner Bauern erschlagen wurde, nachdem sie seinen Hund mit einer Katze fortgelockt hatten. Er weidete auf Weisung seines Herrn, Freiherr von Müffling, die Herde auf den Feldern der Pfaffengrüner Bauern. Auf dem Stein ist ein "Hefnkloß" eingemeißelt. Mann nimmt an, dass sich ein solcher bei der Verpflegung des Schäfers befunden hat. Außerdem heißt es, dass es am Schäferstein nicht richtig zugehe, und dass man, ohne zu wollen, sich dort verlaufen müsse.Quellen und Literatur:
Gleich nach Eintritt in den Wald von Limbach herkommend in Richtung Pfaffengrün, am sogenannten
"Kirchsteig", befindet sich rechter Hand eine menhirähnliche Steinsäule von knapp einem Meter Höhe aus Granit. Auf drei von vier
grob zugehauenen Flächen befindet sich zum einen ein von Doppellinien gebildetes lateinisches Kreuz, welches rechteckig
eingerahmt ist. Auf der anderen Seite sind zwei Kreuze eingerillt. Bemerkenswert ist aber die Einrillung auf der zur Straße
abgewandten Seite. Sie zeigt eine viergeteilte quadratische Einrillung, die nach oben hin mit einem zu kurz gebildeten Kreuz bekrönt
wird. Nach unten hin ist das viergeteilte Quadrat mit drei weniger tief eingerillten Linien verlängert, die den Eindruck einer späteren
Hinzufügung erwecken.
Dieser merkwürdige Kreuzstein wird bei den Einheimischen als "Schäfergrab" oder "Schäferstein" bezeichnet. Der Überlieferung
nach sollen Pfaffengrüner Bauern hier einen herrschaftlichen Christgrüner Schäfer erschlagen haben, der auf Geheiß seines Herrn
die Schafe auf die Bauernweide getrieben hatte. Zuvor habe man sich einer List bedient: eine Frau hatte in einem Sack eine Katze
versteckt, mit der man den Schäferhund weglockte. Die aufgebrachten Bauern erschlugen den Schäfer, schließlich ereilte den Hund
noch das gleiche Schicksal. Unter dem Hügel, wo eben der Stein steht, liegt angeblich der Schäfer samt Tier und einem Strickstrumpf.
Dieser Vorfall wird in der Literatur mit einem 1795 stattgefundenen Prozeß, an dem unter anderem Christgrüner Bauern beteiligt waren,
in Verbindung gebracht. In der Tat wurde bis in die jüngste Zeit der Ort, mit kleinen Steinen eingefaßt, wie ein Grab gepflegt. In der
Tasche des Erschlagenen sollen sich eine Anzahl von Hefeklößen befunden haben, welche die eingerillten Vierecke des Quadrates
darstellen.
An diese Begebenheit knüpft schließlich noch eine weitere Sage an, die auf ein Geschehen Bezug nimmt, das sich in den
fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zugetragen haben soll: Zwei Pfaffengrüner Musikanten spielten zu dieser Zeit in Limbach
zum Tanz auf. Leicht berauscht traten sie schließlich den Heimweg an, der auf dem Kirchsteig am Schäfergrab vorbeiführte. Im
Übermut rief der eine Musikant, indem er den Stein umstürzte: "Steh auf, alter Faulenzer, hast lange genug geschlafen!" Das hätte er
aber nicht tun sollen. In den folgenden Nächten wurde der Musikant von schrecklichen Alpträumen gepeinigt. Im Traum drohte ihm der
Schäfer,er solle sein Grab wieder in Ordnung bringen. Erst nachdem er den Stein wieder aufrichtete, löste sich der Fluch von ihm, und
er konnte wieder Ruhe finden.
Eine jüngere Begebenheit vom ausgehenden 18. Jahrhundert ist an diesem älteren Stein haften geblieben. Bei der aus
Doppellinien eingerillten Kreuzdarstellung, die zusätzlich umrandet ist, könnte es sich durchaus um ein Gedenkkreuz handeln, welches
mit dem Schäfertod in Verbindung steht. Aber die Erklärung, daß die unterteilte quadratische Einrillung für Hefeklöße stehensoll,die
man bei dem Erschlagenen gefunden haben will, ist ganz und gar unwahrscheinlich. Vielmehr deutet sie auf eine weitaus ältere
Entstehungszeit. Lediglich die noch unterhalb des Quadrates eingerillten Linien sind jüngeren Datums. Sie sind bei weitem nicht so tief
in den Granitstein eingearbeitet, zudem treten diese noch sehr scharfkantig in Erscheinung.
Das Quadrat mit der Kreuzbekrönung bildet eine Einheit, ist in seiner Linienführung beträchtlich ausgewittert und muß daher
älteren Ursprungs sein. Erst später hinzugefügt sind sicherlich auch die beiden übereinander stehenden Kreuze auf einer der
Schmalseiten; sie könnten Forst- oder Flurgrenzen markieren.
Die als ältere Einrillung erkannte Figur ist einem Rost sehr ähnlich, mit welchem man der Legende nach den heiligen Laurentius
folterte, indem man den standhaften Diakon darauf briet. Man vergleiche dabei die Darstellung mit der wandelbaren Predella des
Flügelaltars von 1507/08 in der Kirche von Langenhessen (Krs. Werdau). Das Marterinstrument stimmt mit der Figur unseres
Kreuzsteines überein! Lediglich der Griff ist bei dem Stein stark vereinfacht dargestellt. Im sächsischen Vogtland sind wenigstens drei
Kirchen diesem Heiligen geweiht. Es handelt sich dabei um die Kirchen von Landwüst, Auerbach und Elsterberg. Auf Grund seiner
grauenvollen Hinrichtung wurde Laurentius im ausgehenden Mittelalter Schutzpatron aller mit Feuer beschäftigten Berufe. In der
Volksmedizin wurde er gern bei "Brand" angerufen. Sein Heiligentag, der 10. August, war zudem ein Lostag, an dem den Vorstellungen
der Landesbevölkerung der Herbst einsetzte. Von besonderem Interesse für unseren Stein scheint dabei die Elsterberger
Laurentiuskirche zu sein. Von ihr wird überliefert, daß sie einst eine bedeutende Wallfahrtskirche gewesen sei und ihr Ruf als solche
weit gereicht habe. Weiterhin sei noch erwähnt, daß Limbach zwar 1366 einen Pfarrer besaß, aber bis zur Reformation von der
einstigen Mutterkirche Elsterberg abhängig war.
So könnte unser "Schäfergrab" bis ins ausgehende Mittelalter eine Art (vielleicht
sogar verstümmelte) "Wegestation" zur einstigen Wallfahrtskirche St. Lorenz zu Elsterberg gewesen sein, jedenfalls deutet der Rost
daraufhin.
(Reichenbacher Kalender 1996, Seite 63ff)